Die Stiftung

Die Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung ist im Jahr 2006 gegründet worden als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Kehl.

Der Zweck der Stiftung ist die Unterstützung von

  1. Wissenschaft, Forschung und Bildung mit betriebs- und volkswirtschaftlicher Ausrichtung oder für die Belange des Kraftfahrzeuggewerbes.

  2. Organisationen des Tierschutzes im Ortenaukreis.

  3. Kulturellen und sozialen Einrichtungen.

  4. Medizinischen Forschungen.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:

  • eigene Einrichtungen,

  • finanzielle Zuwendungen,

  • Förderung von Maßnahmen,

  • Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen,

  • Vergabe von Forschungsaufträgen,

  • Gewährung von Stipendien und Preisen.

Stiftung

Gründung

Die Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung wurde im Jahr 2006 von Christa Šerić-Geiger gegründet. Frau Šerić-Geiger führte zu diesem Zeitpunkt ein über die Stadt Kehl hinaus bekanntes Familienunternehmen. Seinen Grundstein hatte ihr Vater Carl-Friedrich Geiger (1904-1996) im Jahr 1934 gelegt mit einer ersten Werkstatt und einer Tankstelle. Seiner Zeit vorausschauend baute Carl-Friedrich Geiger nach dem Krieg an der heutigen Hauptverkehrsader nach Kehl das „Autohaus Geiger“ auf. Autohäuser, Tankstellen und weitere Gewerbeimmobilien begannen in den folgenden Jahrzehnten die Kreuzung an der Straßburger Straße zu säumen, die noch heute im Volksmund den Namen „Geiger-Kreuzung“ trägt. Als der Gründer Carl-Friedrich Geiger starb, übernahm seine Tochter Christa Šerić-Geiger die Geschicke des Traditionsunternehmens und baute es erfolgreich weiter aus. Nach ihrem 60. Geburtstag traten Banken und Hersteller an die engagierte Inhaberin des „Autohaus Geiger“ heran und fragten sie: „Frau Šerić, Sie sind 60 Jahre alt geworden und haben keine Kinder – wie sieht die Zukunft Ihrer Autohäuser aus?“

Aus tiefer Dankbarkeit für ihren Vater traf Christa Šerić-Geiger die Entscheidung, eine Stiftung einzurichten, die seinen Namen tragen sollte. Durch die Gründung der Carl-Friedrich-Geiger-Stiftung wollte sie drei Ziele verfolgen:

1. Die Stiftung sollte dem Unternehmensgründer Carl-Friedrich Geiger ein ehrendes Andenken bewahren und als Zeichen des Respekts vor seiner Persönlichkeit stehen:

Für Christa Šerić-Geiger war ihr Vater stets ein Vorbild in seinem Wirken.

2. Die neu gegründete Stiftung sollte das große unternehmerische Lebenswerk der Eltern von Christa Šerić-Geiger sichern und die Erinnerung daran aufrechterhalten.

3. Es war Christa Šerić-Geiger ein wichtiges Anliegen, der Stadt und ihrer Umgebung, in der sie aufgewachsen ist und gelebt hat, etwas zurückzugeben – ihre Heimat sollte am Erfolg des Familienunternehmens teilhaben.

Das Stiftungsvermögen, das überwiegend aus Grundvermögen besteht, bot einen soliden Grundstock für die langfristige Verwirklichung des Stiftungszwecks.

Am 06. März 2019. starb auch Christa Seric-Geiger. Zum ersten Todestag der Stifterin am 06. März 2020 organisierte die Stiftung die Veranstaltung „In Memoriam“ an der an Carl Friedrich Geiger und seiner Tochter erinnert wurde und der Preis Christa Seric-Geiger ins Leben gerufen wurde.

Stiftung

Carl-Friedrich Geiger

Carl-Friedrich Geiger wurde am 25.06.1904 als Sohn von Amalia Theresia und Karl-Friedrich Geiger im damals deutschen Straßburg geboren. Der Vater von Carl-Friedrich Geiger war ein im Kehler Hafen ansässiger Schlackenstein-Fabrikant. Schon in jungen Jahren arbeitete der Sohn in einer Autowerkstatt, der Kehler Autogarage. Dort hielt es Carl-Friedrich Geiger allerdings nicht – mit 22 Jahren machte er sich auf die Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. In den Vereinigten Staaten lebte er als junger Mann einige Jahre, sammelte Erfahrungen, lernte den „American Way of Life“ kennen und erwarb die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Im Jahr 1931 erreichte ihn dann in seiner neuen Heimat die Nachricht vom Tod des Vaters. In Deutschland herrschte in dieser Zeit infolge der Weltwirtschaftskrise steigende Massenarbeitslosigkeit, zahlreiche Banken schlossen, viele Firmen brachen zusammen. Die Mutter bat ihren Sohn in einem Brief, nach Deutschland zu kommen, um die Fabrik im Hafen vor dem Ruin zu retten. 1933 kehrte Carl-Friedrich Geiger daher aus den USA zurück in die Grenzstadt am Rhein. Es gelang ihm, die Schulden der Fabrik abzuzahlen und den Standort im Hafen trotz der schwierigen Umstände zu retten – eine Leistung, auf die er zeitlebens besonders stolz gewesen ist.

Bereits im Jahr 1934 eröffnete Carl-Friedrich Geiger darauf eine eigene Werkstätte für Autoreparaturen in Kehl. Im Jahr 1938 heiratete er Margarethe Luise Stein aus Straßburg und übernahm ein Jahr später in der Hauptstraße die Verkaufsstelle der Firma Classen für Autos, Motorräder, Fahrräder, Schusswaffen und Munition. Die Kriegszeit über wurde Carl-Friedrich Geiger seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft wegen und durch seine Reparaturwerkstatt, die Militärfahrzeuge instand setzte, von einer Einberufung an die Front verschont.

Der Krieg rückte jedoch auch an den Rhein wieder heran: Als Straßburg am 23. November 1944 von den Alliierten befreit wurde, mussten alle Kehler ihre Stadt fluchtartig verlassen. Carl-Friedrich Geiger und seine Familie fanden in Alpirsbach im Schwarzwald Zuflucht. Auch dort eröffnete der findige Geschäftsmann wieder eine Autowerkstatt, um ein Auskommen für die Familie zu schaffen.

Nachdem das französisch besetzte Kehl erst Jahre nach Kriegsende wieder schrittweise ab 1949 frei wurde, kehrte Carl-Friedrich Geiger mit seiner Familie im Jahr 1954 zurück und eröffnete an der alten Adresse in der Hauptstraße wieder eine Autowerkstätte und eine Tankstelle mit zwei Zapfsäulen.

Zugleich begann er weitsichtig und entschlossen eine Vision zu verwirklichen, die seinen Unternehmergeist nachhaltig unterstreichen sollte:

Wo noch Jahre nach dem Krieg Wiesen und Unkraut wucherten, begann Carl-Friedrich Geiger Grundstücke von Bauern zu erwerben. Heute führt hier die Bundesstraße B28 als Hauptverkehrsader in die Stadt und geradeaus weiter über die Europabrücke nach Frankreich. Mitte der 50er Jahren war diese Entwicklung jedoch noch Zukunftsmusik – Carl-Friedrich Geiger erkannte allerdings die strategisch günstige Lage für ein Unternehmen, wie es ihm vorschwebte. Während er einerseits ein leuchtendes Autohaus mit Werkstätte gekonnt in der Hauptstraße einrichtete, kaufte er im Bereich der heutigen Straßburger Straße den Platz, der ihm Raum gab zu wachsen:

So entstanden nach und nach nicht nur zwei große Tankstellen am Eingang der Stadt, sondern auch moderne großflächige Autohäuser für Neu- und Gebrauchtwagen (anfangs mit den Marken VW und Porsche, später auch Audi, sowie Citroen und Peugeot) als auch eine Automobilwerkstatt und Gewerbeimmobilien. Bezeichnenderweise trägt die Kreuzung, die damals geschaffen wurde, noch heute den inoffiziellen Namen „Geiger-Kreuzung“ bei den Kehlern. Im hohen Alter starb der Unternehmensgründer Carl-Friedrich Geiger im Jahr 1996. Seine Vision war zu diesem Zeitpunkt bereits lange Wirklichkeit geworden.

 

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Das Autohaus Geiger

Als ich vor 41 Jahren als 15-jähriger mit dem Mofa auf das Betriebsgelände der Firma Geiger fuhr um meine Ausbildungsstelle zum Kfz-Mechaniker anzutreten, hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass ich irgendwann einmal vor Ihnen stehen würde um über unseren Seniorchef Carl Friedrich Geiger zu berichten.

Während meiner Lehrzeit hatte ich nur wenig mit ihm zu tun, da er sich zugunsten seines Sohnes Rolf Geiger, mit fast 76 Jahren aus der aktiven Arbeit in seinem Betrieb zurückgezogen hatte. Erst nach dem plötzlichen Tod seines Sohnes und nachdem er zusammen mit seiner Tochter erneut die Geschäftsführung übernommen hatte, kreuzten sich unsere Wege. Ein alter Herr, groß, stets im Anzug, aufrechter Gang, raumfüllend, mit großen Händen die zupacken konnten und kaum betrat er die Werkstatt stand er im Mittelpunkt. Trotz seiner Stellung war er sich aber nicht zu schade mit mir auf dem Boden zu knien, um mir Jungspund das Innere und die Funktionsweise einer Hebebühne zu erklären. Nicht ohne Hintergedanken. Denn Carl Friedrich Geiger hatte schnell mein Talent für alle im Betrieb anfallenden Arbeiten entdeckt und mich kurzerhand zum Betriebsschlosser und zum „Mädchen für Alles“ befördert. Das führte dazu, dass ich tagtäglich mit ihm zu tun hatte und vieles von ihm gelernt und von ihm gehört habe. 

Mir war sofort klar, dass Carl Friedrich Geiger ein Visionär war, der bei seinem Aufenthalt in Amerika, dorthin war er als junger Mann ausgebüxt, vieles gesehen hatte, was er als Idee nach Deutschland zurückbrachte und hier in die Tat umsetzte. Die Jahre in Amerika waren für ihn eine glückliche Zeit voller neuer Eindrücke. Und wäre sein Vater nicht erkrankt –  vielleicht wäre er dort geblieben. Oft sagte er mir „ich habe noch einen Koffer in Amerika“. Er setzte Alles auf den Siegeszug des Automobiles, erwarb Grundstücke, noch bevor eine Straße angelegt war, erbaute Tankstelle und Werkstätten mit Autohandel, die dann, als die Bundesstraße nach Frankreich gebaut war, exakt an der richtigen Stelle lag.

Im Zusammenhang mit seinen Erzählungen aus Amerika erinnere ich mich noch, dass er, als ich wie immer in Eile, zwei Stufen auf einmal nahm zu mir sagte: „Männele, so nannte er mich bald, die Treppe hat so viele Stufen um sie bequem zu gehen – ich habe als Botenjunge der New York Times auch meist zwei Stufen auf einmal genommen und deswegen jetzt Probleme mit den Knien“.

Trotz seines wirtschaftlichen Erfolgs war er ein äußerst bescheidener meist auch sparsamer aber keinesfalls geiziger Mensch. Wir würden heute von nachhaltig sprechen. 

So erklärte er mir was Luxus für Ihn bedeutete – ein eigenes Schwimmbad zu haben, täglich ein frisches warmes Essen und seinen Hühnerhof und Garten, für den er jetzt mich als Hilfe hatte. Hilfe benötigte er nur bei den körperlich schweren Arbeiten und im hohen Alter schwand zunehmend sein Augenlicht. Trotzdem meisterte er dieses Handicap auf bewundernswerte Art.…(Schlüssel).

Seinen Gewinn investierte er gerne dort,  wo er erwirtschaftet wurde nämlich  bei seinen Mitarbeitern – so waren bereits früh die Werkstätten geheizt und wir hatten auch alles Notwendige an Werkzeug zur Verfügung. Auch stammt  von ihm so manche Neuerung, um nicht sogar von Erfindung zu sprechen, die uns Arbeitern im seinem Betrieb, das Leben leichter zu machen. Sein Betrieb war es auch noch im hohen Alter, so sah man ihn als greisen alten Herrn noch fast täglich mit einer Tüte über den Betriebshof gehen um weggeworfene Papiere aufzusammeln. Auch dafür war er sich nicht zu schade.

Oft sagte er mir, und dieser Satz hat mich bis heute geprägt, „führen bedeutet Vorbild zu sein“.

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Carl-Friedrich Geiger – ein Unternehmer und Visionär

Ich möchte mich zunächst dem Unternehmer und Visionär Carl-Friedrich Geiger widmen. Mein Blick auf den Namensgeber der Stiftung erfolgt aus dem Blickwinkel eines Zugezogenen, der Carl Friedreich Geiger leider nie persönlich kennenlernen durfte, aber viele Erzählungen über ihn gehört hat. Im Anschluss an meine Ausführungen wird das Bild über Herrn Geiger dann im Vortrag von Herr Wälde um die persönliche Komponente erweitert, der durch seine Schule gegangen ist und Ihnen sicherlich einige Geschichten aus dem Nähkästchen erzählen kann. 

Es war stets erkennbar in den Gesprächen mit Christa, dass ihr Vater eine der zentralen Bezugspersonen für sie war, weshalb es ihr auch so wichtig war, die Stiftung nicht nach sich selbst, sondern nach ihm zu benennen. Man hat dabei gemerkt, dass sie seine Führungsstärke und seine dennoch menschliche Art häufig zum Orientierungspunkt ihres eigenen Handelns gemacht hat. Nicht umsonst hing im Aufgang zur Empore des Audi-Hangars das Porträt von Carl Friedrich Geiger als Erinnerung an ihn. 

Obwohl ich Auswärtiger bin, sollte ich schon sehr früh in meinem Leben einen persönlichen Berührungspunkt zur Stadt Kehl und ihrem prägenden Stadtbild am Ortseingang an der B28 bekommen, lange bevor es mich dann später ins Badische zog. Es war anlässlich einer Jahrgangstufenfahrt unserer Schule nach Tübingen, es muss im Jahr 1982 oder 1983 gewesen sein, und dabei war natürlich auch ein kurzer Abstecher nach Strasbourg obligatorisch. Ich kann mich noch gut an die Einfahrt nach Kehl erinnern mit seiner markanten Infrastruktur mit den Tankstellen und den Autohäusern, die schön oder auch nicht finden kann. Als ich etwa 15 Jahre später wieder herkam, habe ich dieses Bild sofort wiedererkannt. Die Fahrt nach Strasbourg war mir einfach in Erinnerung geblieben, und wenn man auf der B28 nach Kehl hineinfährt, dann ähnelt dies ein klein wenig an die Zufahrtsstraßen US- amerikanischer Städte. Ganz ähnlich wie Pforzheim, auch da denkt man sofort, man sei irgendwo im ländlichen Amerika. 

War das vielleicht ein Zufall!? Oder hängt dies vielleicht zusammen mit der Geschichte von Carl-Friedrich Geiger, den es in der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre für einige Jahre in die USA zog, was zu jener Zeit alles andere als selbstverständlich war. Heute fliegen wir völlig selbstverständlich mal eben und vielleicht sogar nur für eine kurze Zeit in die USA, aber zu diesem Zeitpunkt gehörte schon einiges an Mut und Courage dazu, hier die Zelte abzubrechen und in ein anderes Land zu gehen. Ich glaube, dass ihn diese Erfahrung als Unternehmer definitiv maßgeblich beeinflusst hat. Die Erfahrungen, die er in Amerika sammelte, schlagen sich vielleicht heute in der Einfahrt in Kehl nieder, wer weiß das schon. 

Carl-Friedrich Geiger hat frühzeitig erkannt, dass kleine Werkstätten inmitten von Einkaufsvierteln nicht die Zukunft sein können. Ursprünglich war der Sitz seines Unternehmens ja in der Hauptstraße, mit einer Werkstatt nach hinten heraus. Dass das nicht die Zukunft sein konnte, hat er schnell erkannt, und er wird aus Amerika auch das Verständnis mitgebracht haben, dass Mobilität ein zentrales Bedürfnis des modernen Menschen ist – auch wenn man das aktuell wieder als nicht so wichtig herabstuft -, weil man einen besonderen Freiheitsgrad empfindet, wenn man mobil ist. Und sicherlich hat er auch erkannt, dass Standort und Infrastruktur gerade für den Automobilhandel und für eine Automobilwerkstatt grundlegende Erfolgsfaktoren sind und schließlich dass der Kundenkreis nicht zwingend an der Grenze enden muss, was sicherlich ebenfalls sehr innovativ für die damalige Zeit war. 

In jedem Fall bin ich nach den vielen Erzählungen davon überzeugt, dass sein Engagement und seine Weitsicht dazu beigetragen haben, die Straßburger Straße zu dem zu machen, was sie heute ist und was sie früher eben nicht war. Die älteren Kehler unter Ihnen werden die damaligen Verhältnisse sicherlich noch aus eigener Anschauung kennen. Heute indes ist die B28 die zentrale Verkehrsachse in unsere große Nachbarstadt, eines der bedeutenden europäischen Zentren. Und wenn wir die Bilder aus dem Gebiet aus der Vergangenheit auf der Leinwand sehen, zeigen sie mir einfach immer deutlich, dass es schon einer gehörigen Portion Vorstellungskraft bedurfte, sich vorzustellen, wie es denn einmal aussehen würde beziehungsweise aussehen könnte. Um eine solche Vision umzusetzen, daran mitzuwirken oder durchzusetzen, bedurfte es damals mit Sicherheit und bedarf es auch heute noch unternehmerischen Mut und Beharrlichkeit. 

Und aus meiner Sicht kann es eigentlich überhaupt keinen besseren Beleg dafür geben, dass man ein Visionär war, wenn mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem eigenen Tod und noch viel länger, nachdem man sich aus dem operativen Geschäftsleben zurückgezogen hatte, eine ganze Stadt inoffiziell von der „Geiger-Kreuzung“ spricht, wenn man die Einfahrt nach Kehl meint.

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Gründung der Stiftung und ihre Ziele

Meine sehr verehrten Damen und Herren, 

es freut mich sehr hier zu stehen und das ehrt mich. Auch in meinem langen Berufsleben gibt es nur sehr selten die Situation, dass aus einer Mandatsbeziehung, die im Regelfall geprägt ist von den Aufgaben, der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen und der Klärung von Vermögensfragen, auch persönliche Bindungen entstehen. Es gibt ganz besondere Beziehungen im Mandat, die von Menschen geprägt sind, und eine solche hat mich verbunden mit Christa Šerić-Geiger. An den ers-ten Moment, in dem wir uns begegnet sind, kann ich mich auch sehr gut erinnern. 

Das was uns alle hier heute auch hergeführt hat und was die Bilder um uns herum zeigen, ist ihre ungeheure Präsenz, dabei gut vorbereitet und offen zu sein, zuzuhören und auch selbst intensiv beizutragen. Auch hat sie immer verständlich gemacht, sich für den anderen zu interessieren und Inhalte anzunehmen; sie war eben nicht beratungsresistent, ein Wort das wir in unserem Berufsleben leider manchmal häufiger verwenden. 

Erlauben Sie mir bitte folgendes: Ihre, also Christas Präsenz, möchte ich in der Weise zum Aus-druck bringen, dass ich sie direkt anspreche: 

Liebe Christa, Du bist für uns alle noch da und meine Aufgabe ist es heute zu zeigen, was Du mit dieser Stiftung vorhattest, es unverändert hast; und das werden wir auch in diesem Sinne umsetzen. 

Der erste, frühere Part meiner Tätigkeit im Zuge der wirtschaftlichen Krise ist – Gott sei Dank – ab-geschlossen und erledigt. Der zweite Part war eher zufällig: Meine zweite Spezialisierung betrifft die Nachfolge und das Erbrecht und ich hatte die Ehre, Deine Nachfolge zu gestalten, an ihr mitzuwir-ken. Vieles war dabei schon vorbereitet, ich habe nur noch Schlusspunkte gesetzt und Ergänzungen vorgenommen, denn die Stiftung selbst war bereits zu Lebzeiten geschaffen. 

Wir unterscheiden im Stiftungsrecht eine solche von Todes wegen und eine solche, die unter Le-benden errichtet wird. Beides ist möglich und im Grundsatz auch beides gleichwertig. Du hast die Stiftung bereits im Jahre 2006 errichtet, wohl wissend, dass das Lebenswerk Dir sehr am Herzen gelegen hat und es so am besten fortgeführt werden kann. 

Wir alle kennen den Begriff Stiftung, aber wenn Sie sich einmal fragen, wie definiert man das eigent-lich, tun sich die Menschen damit schon sehr viel schwerer. Wir verbinden den Begriff damit, etwas Gutes zu tun. Wir denken dabei an gemeinnützige Stiftungen, und eine solche haben wir auch hier. Sie sollte es von Anfang an und wird es künftig sein. Christa, Du hast schon am 25.08.2006 das sogenannte Stiftungsgeschäft abgeschlossen und im Oktober, am 24.10.2006 ist die Stiftung dann anerkannt worden. Jede Stiftung ist nichts anderes als – vereinfacht ausgedrückt – eine rechtlich verselbständigte Vermögensmasse. Der Stifter gibt der Stiftung ihre Identität, er stattet sie mit Ver-mögen aus und jetzt kommt der wesentliche Punkt: Er stattet sie vor allem mit einem Zweck aus: Gesellschaften können durchaus den Selbstzweck haben, viele gründen heutzutage dafür spezielle GmbH & Co. KG´s, ihr eigenes Vermögen zu verwalten. Aber nur das Ziel, ihr eigenes Vermögen zu verwalten, das geht für eine Stiftung nicht, erst recht nicht für eine gemeinnützige Stiftung. So braucht sie einen Zweck, und dieser kann für die gemeinnützige Stiftung auch sehr weit gefasst sein. Wir haben einen geradezu riesigen Katalog in der Abgabenordnung. Um für unsere Stiftung die wichtigsten Punkte zusammen zu nennen: Forschung, Bildung, Tierschutz, Kultur und Soziales ha-ben Dir ganz besonders am Herzen gelegen. Das teilweise noch fachlich eingegrenzt, teilweise be-wusst auch sehr weit gefasst. Die medizinische Forschung hat dabei einen besonderen Schwer-punkt. Du, liebe Christa, hast uns aufgegeben, das alles jetzt für Zukunft umzusetzen. 

Ein weiteres wichtiges Ziel war es Dir, Deinen Ehemann Fadil angemessen, ausreichend – ich möch-te auch sagen – üppig zu versorgen, ohne auf die Details einzugehen. 

Ebenso selbstverständlich war es Dir bei der Gestaltung der Erbfolge aber auch, die Stiftung weiter zu dotieren. Die Stiftung wurde 2006 gegründet und hatte im Vergleich zur heutigen Situationen ein kleineres Vermögen. Du, liebe Christa, hast ihr sodann – ausgenommen die Versorgung für Fadil – Dein Gesamtvermögen übertragen. Eine Stiftung mit Vermögen auszustatten, das ist eine Einbahn-straße, wie wir das regelmäßig nennen. Das hast Du, liebe Christa, gut verstanden. Du hast insbe-sondere verstanden, dass das ein unumkehrbarer Weg ist und auch und gerade deshalb das Ver-mögen von Herzen, freien Stücken und mit großer Überzeugung in die Stiftung gegeben. Das letzt-lich auch – das ist das Verständnis, das ich von Dir mitgenommen und verstanden habe – um etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, was Du auch von ihr an Chancen, wirtschaftlichem Erfolg und Unterstützung erhalten hast. Um damit dann eben auch Danke zu sagen. 

Ich freue mich sehr, dass wir heute Abend hier alle zusammen gekommen sind. Einige Personen, liebe Christa, deren Organisationen Dir schon zu Lebzeiten am Herzen gelegen haben, möchte ich nun ausdrücklich begrüßen. Deren Vertreter, die ich bereits teilweise persönlich kenne und teilweise erst jetzt kennenlerne, sind: 

  • Für Anwältinnen ohne Grenzen aus Freiburg – Frau Rechtsanwältin und Kollegin Gülsen Yildiz.
  • Für das Einstein Gymnasium in Kehl – Herr Rektor Dominikus Spinner.
  • Für den Straßburger Münster Verein – Frau Dr. Sabine Bengel.
  • Für die Europäische Bewegung Deutschland – Frau Prof. Dr. Gudrun Schmidt-Kärner.
  • Für den Männergesangverein Frohsinn – Herrn Herold Hoffmann. 
  • Für den Verein Riverside Ortenau – Herr Markus Sansa. 
  • Für den Verein Team 4 Winners – Herr Jürgen Siegloch. 
  • Für das Tierheim in Kehl a.R. – Herr Dr. Peter Glauner. 
  • Für das Universitätsklinikum Freiburg – Prof. Dr. Pisarski.

Seien Sie uns allen ganz herzlich willkommen und ein ebenso herzlichen Dank für Ihr Kommen. 

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.

Stiftung

Satzung

Querstraße 2a
77694 Kehl am Rhein
Deutschland

tel.+49 7851 9568923
fax+49 7851 9568924
www.stiftung-geiger.de
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